Willi Volka
 17.04.2021  -  Neu: Sätzling 51,  Auf 200 Worte 02 Die Narzisse


Covid-19 ahoi! Ein Rückblick.

Meine Beiträge im Corona Überlebens Tagebuch (CÜT) (etwas gekürzt)

Willi Volka

Aus CÜT 2, 31.März 2020

Kritisch betrachtet

Die Epidemie hat unsere Welt verändert.

Die 14. Woche. Routine wächst. Den Morgen gemächlich angehen lassen. Die Zeitumstellung fällt dadurch nicht ins Gewicht. Wir lesen die Zeitung im Bett. Verlängerung der Kontaktsperre bis 19. April.

Sonne. Grün. Blühen. Outdooraktivitäten. Frühling genießen.

Rückläufige Zunahme der Zahlen. Raus in die Natur. Weder Auto- noch Straßenbahnfahrt. Seit Tagen weht ein kühler Wind. Das Fahrrad bleibt in der Garage. Alles zu Fuß, wie früher, auf meinem Weg zur Arbeit. Die Jahreszeit erleben, die Witterung, am Morgen und am Abend. Sich bewegen, egal ob die Sonne scheint oder der Himmel grau.

Erinnere mich, dass ich vor Jahren im nahen Wäldchen versuchte, Kastanien zu pflanzen. Schaue dort vorbei, entdecke, dass ein Bäumchen gewachsen ist, mannshoch. Er trägt Knospen. Der Stammumfang hat das Maß einer Wasserleitung. Grün schimmert überall durch.

Nach der Wahl ist vor der Wahl – ein Leit- oder Leidspruch für Gewählte oder Abgewählte. Nach der Epidemie ist vor der Epidemie. Kann das gelten? Kaum, denn das Wahlgesetz regelt die nächste Wahl. Nach der Epidemie sind die Folgen aufzuarbeiten, sozialer, ökonomischer, ökologischer, gesundheitlicher, medizinischer, psychologischer Art. Hierfür gibt es kein Routinegesetz. Die Gesellschaft wird eine andere sein.

Enkelin M. ruft an. Oma wollen wir am Telefon Schiffe versenken spielen, wie damals, als du im Krankenhaus warst?

Das Radio berichtet von einer Piraterie von Gesichtsschutzmasken, die von Deutschland in China bestellt waren und in die USA umdirigiert wurden. Das passt ins Image des Amerikafirstpräsidenten. Am nächsten Tag keine weitere Nachricht darüber. Wird verschleiert oder Fake News?

Enkel kaufen für uns ein. Vom mobilen „Kikerikihändler“ wollen wir später Eier, lose Butter, Quark einkaufen. Er versetzt uns. Am Abend vor 21 Uhr eile ich zum nahen Supermarkt. Überraschung! Es gibt „Weißes Gold“! Für unsere Tochter habe ich gleich ein Paket mitgekauft. Mehl ist nach wie vor ausverkauft.

Am folgenden Tag ein Anruf: „Ich habe vier Rollen Klopapier für euch.“ „Wir eine ganze Packung für dich!“

Es ist wärmer. Die Gartenmöbel werden herausgeholt. In der Sonne die Zeitung lesen. Ein Artikel „Made in China“ von Adam Suboczynski im Feuilleton bringt mich ins Grübeln. Digitaler Leninismus versus europäischen Individualismus. Ist das Überwachungssystem in China in der Krise dem westlichen Politikmodell überlegen? Diktatur gegen Lenkokratie?

Wir setzen uns auf die Räder, um zu „tauschen“. Ein stimmungshebender Tag. Baumärkte öffnen am Samstag. Warum nicht Gärtnereien und Müllkippen? Unsere Tochter in Bad Essen erzählt, dass sie ein Zimmer gestrichen hat. Sie berichtet von der Schattenseite der Enge. Neben der geschlossenen Kita wird ein Gebäude für misshandelte Kinder hergerichtet. Ein Bedarf, der infolge der Stresssituation wächst.

Hält an die Abnahme der Zunahme? (S.42)

 

Ausblick

Man kann nie wissen

Coronavirus-Eepidemie. Risikowahrnehmung. Ökonomiefolgen. Ökobilanz. Finanzhilfen. Finanzpandemie?

Der Virusspiegel steigt Sprosse um Sprosse auf der Leiter nach oben, die Zahl der Angesteckten und der Toten, europa- und weltweit.

Ganz ernst nahm ich anfangs die Sache nicht. Aber irgendwie wuchs nach und nach der Respekt. Meine Frau zählt zur Hochrisikogruppe aufgrund ihrer gesundheitlichen Vorbelastungen. Vorsichtsmaßnahmen sind angeraten: Abstand, Handschuhe, vielleicht Maske und danach Hände gründlich waschen.

Dann ermahnen uns unsere Töchter. Ihr geht nicht einkaufen, haltet euch von sozialen Kontakten fern! Mama schon gar nicht. Ich auch nicht, da ich zum Herd einer Ansteckung werden könnte. Wir erhalten die Fürsorge, wir bekommen von ihnen eingekauft.

Die Zahlen steigen und steigen. Horror verbreiten Bilder der Tagesschau. In Italien werden Transporte von Toten durchs Militär gezeigt oder kaum übersehbare Sargreihen mit Toten. Die Risikowahrnehmung verändert sich.

Einen persönlich positiven Aspekt finde ich. Meine Frau ist leider nicht gut zu Fuß, so mache ich mich allein auf den Weg, wandere durch die Frühlingslandschaft und fotografiere das frische Grün, das Blühen und das Sonnenlicht, gehe Wege, die ich kenne oder lerne neue kennen. Für meine Homepage (willivolka.de) habe ich einiges meiner Fotoausbeute zusammengestellt. Auch ein Gedicht entstand in diesem Zusammenhang:



Frühling frei …

Frühling treibt

mit Grün die Blüten

Zeit das Virus

zu besiegen.

Frühling trimmt

sich blau weiß gelb

das Virus führt

im Tanz die Welt.

Frühling treibt aus

wir sitzen fest im Haus

das Virus herum sich treibt

macht das Leben schwer.

Frühling tiefer atmen lässt

die Lungen füllt

das Virus hält sich ran

pustet raus die Pest.

Frühling ungebändigt

grün die Blüten treibt

das Virus in seinem Spiel

verklammert in der Zeit.

Frühling komm

treib ihn aus

bist ungebunden

Trieb- und Treibkraft voll.



Und dann sind da die Berichte über die medizinische Versorgung, der Mangel an notwendigem Schutzmaterial für das Arzt- und Pflegepersonal, die Sorge, ob die Intensivbetten reichen, als bedrückende Fakten.

In der Familie ist im Augenblick niemand vom Virus befallen, aber es existiert die Bedrohung durch Kurzarbeit, Ausfall von Einkommen. Aushäusige Tätigkeit entfällt, die Kinder sind zu Hause, müssen gezähmt und medienschulisch betreut werden. Bei den Freiberuflern bleiben vorläufig die Aufträge aus, Evaluation vor Ort entfällt. Abgaben richten sich nach den vorigen Quartalen und wer produziert, kann nicht liefern. Wie lange ist das durchzuhalten und was zieht das nach sich?

Wenn die Toten begraben sind, der Virus klein geworden, was passiert mit uns Lebenden? Alle werden die Ärmel hochkrempeln und versuchen der monetären Pandemie entgegenzuwirken. Wer kann sagen, was kommen wird?

Der Pessimist auf der Leiter unkt: Jetzt kommt ein Untergang, der Optimist sagt: der kommt nicht. Kurt Schwitters Lebensweisheit lautet: Man kann nie wissen. Derzeit hat der Mann recht. (S.62-63)

Aus CÜT 3, 15. April 2020

Ostern 2020 15. Kalender-Woche.

Himmelsblau. Sonnenleuchtglanz. Blütenfülle. Bienensummen. Hummelbrummen.

Meisenzank.

Die neue Woche im Vollfrühlingsmodus. Hemdfreundliche Temperaturen. Gartenleben. Felsenbirnenschnee an Füßen, nach überall hintragen.

Eine Biene ins Foto fangen. Wähle sie für Ostergrüße.

In früheren Jahren war das Blütenweiß ein Geburtstagsgruß an unsere Tochter (18. April). Seit Jahren trägt die Felsenbirne zu diesem Zeitpunkt bereits ihr Blätterkleid!

Kohlmeisen und Blaumeisen kämpfen um eine „Vílla“, obwohl zwei an der Hauswand hängen. Sie verschnabeln sich auf dem Boden. Klatsche in die Hände. Beide fliehen auf, Gedankenballast von der Epidemie. Viel Zahlenfechterei.

Monothematismus. Weiß kein anderes Wort für den Corona-Erregungsraum. Wie sich vom Thema befreien? Falle immer wieder ins Coronainformationsnetz: Bestätigte Fälle – Dunkelziffer - Coronatote – Sterblichkeit – Genesene – Verdoppelungsziffer.

Dabei gibt es „Stille-Post-Nachrichten“. Jemand kauft für seine Angestellten bei betroffenen Geschäften Gutscheine, die er später an seine Angestellten austeilen will. Nachbarn bringen Kuchen vorbei. Eine junge Mutter bietet sich an, für uns einzukaufen. Es ist nicht unsere Art an Ostern zum Essen auszugehen. Aber diesmal bestellen wir ein Gericht zum Abholen.

Ohne Vater aufgewachsen. Ihn heute verstehen. 75 Jahre nach dem Kriegsende lese ich wieder in seinen Feldpostbriefen. Werfen wegen seines Idealismus in der Kriegssituation viele Fragen auf. Wäre er aus dem Kriege wieder nach Hause gekommen, wie wäre seine Einstellung danach gewesen?

 Als das Wetter so schön wurde, stellte ich die Spaziergänge ein. Besinne mich.  

Nein lege mich nicht auf die faule Haut

lasse mich nicht von der Sozialsperre

hinter den Abschluss zwingen

gehe in den Frühling

der grün frei geschaltet ist.

Durchs Mikroskop betrachtet

hat er ein Gesicht

nur sehen kann man ihn nicht

nicht riechen noch schmecken

der Winzling zeigt nicht offen sich.

Wenn er sich verriete –

wenn er es täte wärs schon zu späte

Don Quichotte ist berühmt

für Windmühlenflügelgespenster

die er sah außerhalb der Fenster.

Lassen wir Covid-19 keine Chance!

Sind Abstand halten Gesichtsmaske tragen

und Hände waschen schon genug?

Der Winzling trägt eine Tarnkappe

wie in Märchenzeiten ein heimlicher Betrug.

Nein lasse mich nicht einschüchtern

ziehe in die aufbrechende Natur

Trete neu in ihre Schönheit ein

Covid-19 sag ich ganz nüchtern

wird nur frei durch uns allein.

Meine Frau ist leichtsinnig geworden, geht zum Bankautomaten, kauft ein. Trägt Mundschutz. Es gibt immer noch kein Mehl. Dabei werden wir von der Familie unserer Tochter auf Wunsch versorgt. Kommt jetzt die Sorglosigkeit?

Auf Vorschlag unserer Tochter machen wir einen Ausflug zum Wietzegraben. Fahrräder ans Brückengeländer angeschlossen. Überall Blühen, leuchtendes Busch- und Baumgrün. Kann die Vielfalt der Hunderassen erleben. Auf einem Stamm eines umgefallenen Baumes treffen wir eine drei Generationenfamilie. Deutlich abseits sitzen Großeltern. Als sie die Sonnenbrillen abnehmen, erkennen wir sie von früher, von der Schulzeit unserer Kinder. Alle schnitzen Stecken für Stockbrot. Ein harmonisches Bild.

Ostern Langsamkeit. Mediengesprächsersatz. Eiergenuss. Mittägliches Glockengeläut. Auferstehung. Kann es nicht glauben.

16. Kalender-Woche.

Zum Ausklang nach vielen Tagen vollen Sonnenscheins: Wolkengrau, Wolkenlöcher mit Sonnenstrahlen, keinen Regentropfen, kräftiger kalter Wind.

In die Natur. Die Winterjacke tragen!

Nach den Ostertagen Lockerung, Lockdown Ende? Wiederkehr eines normalen Lebens?

 (S. 25.27)  

CÜT 4, 27.05.2020

 

Aus dem Tagebuch

15. bis 20. Kalenderwoche 2020

Morgenlicht wächst immer früher zum Tag.

Zunehmendes Hoffen auf Erleichterung, dem Wiedereintritt in einen normaleren Alltag. Lockdown. Aber kann das ohne Corona-Anstieg gehen? Nach den Wochen des „Ein-“ und „Aussperrens“ setzt ein mentales Genug, ein Drang nach Lockerung ein. Vor allem bei Menschen, die bisher keine tödlichen Fälle, weder in der Verwandtschaft noch in der Nachbachbarschaft, direkt erlebten und von Coronabefall verschont blieben. Ein Trotz mit dem Schwung von Leichtsinn dämmert.

Was besagt der Begriff „neue Normalität“? Kann Normalität neu sein? Was ist normal in dieser Zeit? Die Flüchtlinge, der Yemenkonflikt, Syrien. Sind Staatslenker wie Assad, Trump, Johnson u. a. als normal anzusehen? Ist „neue Normalität“ ein Kandidat zum Unwort des Jahres?

Schon beginnt es normal zu werden, dass ich selbst einkaufe. Allerdings beobachte ich, ob der Parkplatz mit vielen Autos übersät ist, wie lange die Schlangen sind. Kein Problem beim Bäcker, am Supermarkt, wo Einkaufswagen zu greifen sind, abgezählt vor dem Eingang stehen. Junge Türsteherinnen desinfizieren die Griffe.

Zwei Geburtstage fielen in die Sperrzeit, der unserer Tochter in Hannover, und der unserer Enkelin. Beim ersten Aprilgeburtstag unternahmen wir mit ihr und unseren Enkelkindern eine Radtour in den Frühlingswald am Wietzegraben. Wir hatten ein kleines Picknick vorbereitet. Gegenüber dem Ausflug vor kurzem. Ist es grüner geworden. Die Idee einen Fotowettbewerb zu veranstalten wurde geboren, zu vier Kategorien stimmungsvolle, mysteriöse, lustige und hässliche Bilder zu schießen. Die „Jagd“ mit dem Smartphone und Kompaktkamera verlief spannend. Die schönsten Fotos fanden nach Abstimmung ihren Weg in die Familien-App.

Der Maigeburtstag stand schon im Zeichen der aufkommenden Lockerungen und der Stimmung. Für uns ist doch bisher alles gut gegangen. Wir trafen uns zum gemeinsamen Frühstück in der Wohnung unsere Tochter und feierten den 20. Geburtstag der ältesten Enkelin. Auf seine Weise war es überraschend, ihn hier zu feiern. Denn unsere Enkelin wäre ohne Pandemie noch in Südafrika bei ihrem sozialen Projekt.

Wenn ich einkaufe, erlebe ich überall die „Abstandschlangen“: Beim Bäcker, beim Supermarkt, an der Eisdiele oder Spargel- und Erdbeerstand und trage Mundschutz.

Nachdem die Beschränkungen länger gegriffen haben, wächst Ungeduld und Unmut und Gereiztheit. Menschen begehren auf, stellen sich gegen Verordnungen, wie etwa die Mundnasenschutz-Maskenpflicht, die seit dem 27. April 2020 gefordert wird.

Habe mich zum Friseur gewagt.

Ja, es formieren sich Demonstrationen gegen die Regulierungen. Es keimen und blühen Meinungen über Verschwörungen und Machenschaften. EsoterikerInnen, ExtremistInnen und ApokalyptikerInnen, netzaktive DrahtzieherInnen weiden sich an Vorstellungen, das Cornavirus sei von Regierungen, Milliardären wie Bill Gates absichtlich in die Welt getragen worden. Da sind Menschen mit abstrusen Ideen am Werk, die Fakten verdrehen, selektiv auswählen und Halbwahrheiten verbreiten. Sie geben zu unerklärlichen, komplexen Vorgängen einfache Deutungen ab, vermitteln den Eindruck mit „elitärem Wissen“ die Wahrheit gepachtet zu haben. Ängste werden geschürt, das Sichtfeld verengt. Finden sich zu viele Anhänger solcher Verschwörungstheorien, wird es schwierig, einen Konsens zu finden.

Muss es nicht lauten, die Krise nicht ungenutzt verstreichen lassen? Muss das nicht Einfluss auf die Zukunft haben oder provoziert die Zukunft Einfluss auf jetzt fällige Entscheidungen? Bewirkt die Coronapandemie eine längerfristige Veränderung des gesellschaftlichen Lebens? Werden Dynamik von Wachstum und Beschleunigung ausgebremst? Wie arrangieren sich Politik und Wirtschaft? Wer hat das Primat? Welche aufbauenden Nachrichten finden sich dazwischen ein?

Wie sehen Beschäftigung aus, wie die Einkommensentwicklung aus, wie die Verschuldung und ausbleibende Steuereinnahmen? Welche Weichen sind zu stellen? Grün, sprich nachhaltig, digital, sprich Arbeit und Arbeitsweise und sozial, sprich, von der Schere zwischen arm und reich? Was passiert auf dem Geldmarkt, wie wird er gesteuert?

Der Krise folgt der Aufbruch oder Ausbruch? In welche Richtung zielt das? Auf welcher Zeitachse kommen wir an? Über ein Jahr auf ein Jahrzehnt? Erholungsphase, wie lange wird sie dauern? Wie viel Umstrukturierung ist notwendig? Die Zukunft ist offen, wie sie es immer ist, unbekannt. Vielleicht mutiert das Coronavirus und erschwert die Bekämpfung. Es gibt Beobachtungen, dass bei einzelnen Menschen das Virus auf Organe, ins Herz und ins Gehirn wandern kann.

Baut das Virus an einer Gegenbewegung der Globalisierung, wo es selbst ein globales Phänomen ist?

Schreit die weltweite Betroffenheit nicht zu einem globalen Handeln? Ist dies nicht gar ein Indikator der Globalisierung, die nach Zusammengehörigkeit ruft? Andere Kategorien wie Klimaänderung, Ungleichheit der Lebensverhältnisse, Raubbau warten auf Lösungen. Seit das Bild vom „blauen Planeten“ aus dem Weltraum uns gegenwärtig ist, offenbart sich die Sicht auf Unteilbarkeit und Gemeinsamkeit dieses Raumkörpers. Zugleich erscheint die Erde in den Weltraumdimensionen winzig.

Stärkt das Virus das Bewusstsein zu einem Aufbruch?

Fragen über Fragen. Antworten dazu suchen.

Über Hannover wölbt sich seit Wochen ein blauer Himmel. Manchmal mit Wolken. Dazu oft ein frischer Wind. Selten zeigt sich ein Kondensstreifen. Regen ist ein Fremdwort.

Wir haben Büsche gepflanzt. Sie brauchen Wasser. Wir streuen Mulch, um die Bodenfeuchtigkeit besser zu halten. Die Luft ist kühl und trocken. Die Heizung summt, um Zusatzwärme zu spenden. Plötzlich kommt unser Gastkater zu mir, was ungewöhnlich ist, springt auf meinen Schoß. Er schnuppert an meiner Hand und beginnt zu lecken. Der Duft des Mulchs muss es ihm angetan haben. Süßlich säuerlicher Geruch klebt daran.

Ist die Trockenheit ein Teil des Klimawandels? Aus dem trockenen Sommer 2018 hat man gelernt und trifft Vorkehrungen, falls die Trockenheit wiederkommt. Ich fahre mehr Auto und radle zum Einkauf. Vermisse meine Gänge in die Natur.

 (S.20-24)   

Aus CÜT 5, 16. Dezember 2020

In sechs Worten

Sechs Worte für sieb en Corona-Tage

Montag

Coronapandemie

Obolus

Rücksicht

Obhut

 Nachsicht  

Ausnahmezustand

Dienstag

Chaos

Obligatorische

Routinesuche

Offenes

Nachdenken

 Aufkochen.   

Mittwoch

Covid-19

Obschon

Radikale

Ohnmacht

Nach

Anfang.

Donnerstag

Coronakranke

Obligatorisch

Registrieren

Orakeln

Nachverfolgen

Abgang.

Freitag

Covid-19

Ohne

Rekrutierung

Online

Nicht

Abzuwehren.

Samstag

Corona Oh

Real

Oft

Nach

Abendparty

Sonntag

Coronapandemie

Observieren

Rationaler

Optimismus #

Nach

Ankündigungsimpfstoff!

 (S.12)     

Aus CÜT 6, 1. März 2021

In sechs Worten

Zwölfmal 6 Worte. Noch lange nicht alles

Pandemiesteigerung mit hoch zwei, drei potenziert?

Coronanäheangst hält uns untereinander auf Distanz.

Mobilität füttert das Virus. Lockdown Futterentzug.

Lockdown. Maskiert. Offen in medialen Ups.

Homeoffice. Homeschooling. Arbeit. Lernstoff. Elternteilzeit.

Digitalisierung rennt. Corona schneller, wird Weltmeister.

 Zahlenreihe als Kette nennt man Statistik.  

Positivreihe wird negativ. Negativreihe wirkt positiv.

Fang mich – entwische durch aggressivere Mutationen.

Corona gegen Impfung. Impfung gegen Corona.

Corona im Mutationsmodus. Impfstoffe im Anpassungsmodus

Im Coronazugriff sich der Erinnerung bemächtigen. (S.12)

Donnerstag, 18. Februar 202

Und auch das

Neue Verordnungen folgen einander, finden ihren Weg nicht gleich zu zwei Azubis. Nach Dienstschluss haben sie Hunger, kaufen sich Döner, ziehen sich die Masken ab, um zu essen. Eine Polizeistreife kommt. Es gilt das neue Verbot, den Platz nicht ohne Maske zu betreten. Personalien. Nach einiger Zeit wird eine Verwarnung über 120 € geschickt.!

Die Azubis fühlen sich schlecht behandelt. Was denken sie über sich und ihren Ordnungsstaat? Ein Freund erzählt mir, dass es in seiner Gegend Ärzte gibt, die sich am Setzen der Impfspritze bereichern. Fake News?

Dann sind da Drängler, die jede Chance nutzen, sich an den Vorgaben vorbeizuschlängeln, „Überschussdosen“ sofort für sich zu nutzen.

Corona ein Katalysator für egoistische Ausbrüche.

 (S.35)