Willi Volka
01.12.2021  -  Neu: "Allerlei - Sätzling 62 Grenzstrategie", Auf 200 Worte" - (6) SpekulatiusRund ums Kloster Irsee, 

Zum Auftakt der Adventszeit:  Ein Licht gegen das Dunkel anzünden!

Darin die Hoffnung schöpfen, dass es auch besser werden kann, wenn es im Augenblick nicht so scheint.

Allen, die meine Seiten lesen, wünsche ich, dass sie in der vorweihnachtlichen Hektik Stille und Besinnlichkeit entdecken und sich im vom Virus geprägten Rückzug einrichten und darin einen Wert finden. Bleib Ihr und bleiben Sie gesund.



Rund ums Kloster Irsee


Rund ums Kloster Irsee

Dem Bus im Markt Irsee entstiegen. Stille. Weiße Doppeltürme recken ihre Spitzen aus dem Taleinschnitt in die Höhe, ins Blau. Umkreise ihre barocke Dominanz. Sie dulden Kirchenschiff, den Klosterbau mit stuckwerkreichem Treppenhaus, Deckengemälden, alter und neuer Kunst, ein neues Tagungsgebäude, die Parks um sich, den Teich unter grüner Algendecke, einsame Waldwege über Moränen mit Durchblick zu den Türmen. Ein Lehrobstgarten mit 70 alten Sorten von Apfel-Quitte bis Williams Christ Birne, mit farbig bunt bemalten Bienenhäusern. Der Crescentia-Pilgerrundweg tangiert Irsee, erinnert an eine heilige Märtyrerin. Gluckernder, geführter Wasserlauf und plätschernder Brunnen weist auf die ehemalige Reichsabtei hin.

Mahnmal für die dunkle Vergangenheit. Euthanasie, Stolpersteine. Mahnung und Magnet für Künstler. Klangskulptur zum Gedenken an den Komponisten Meinrad Spies (Roman Harasymiw), Rotwildrudel Mensch-Tier-Wesen (Peter R. Müller) mit keltischem Hintergrund, Hirsch als Gottheit. Maibaum, ebenfalls ein Brauch aus keltischer Zeit, der die Dorfgemeinschaft zusammenführt. Auf 10 doppelseitigen Etagen sind Handwerke in Figuren zu sehen, vom Brauer über den Mauerer zum Schonsteinfeger.

Das Ganze ist mit weiteren Kunstschaffenden über Geschichte und Tradition in einen Kunst- und Kulturweg im öffentlichen Raum miteinander verbunden. Crescentia - Wachstum durch die Zeit.

„Genius loci“ auf Schultern von Mönchen und Künstlern. Baumringstärke trägt ihren Spirit aus der Vergangenheit. Nicht nur die Seele ist bedacht, auch der Laib. Es lockt die Braustätte mit urwüchsigem Irseer Klosterbier aus eigenen Quellen seit 1182.

                       In Plastiken sprießt

                                    markante Erinnerung,

                                       kristallisiert Zeit.

                                                                                                                   © Willi Volka