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Sätzling 10 

Merkelismus zäh
am Ende richtlinienkompetenziert:
Du 69jähriger mit 69 Abschiebefällen
nimmst einen trompeteten Vertriebenen
glücklich machend im Amte auf?
Die Steuerzahler tragen, ertragen es – noch …                                           (19.09.2018)
        
Maifrage:
Industriemesse Hannover 2018, welche Welt?

Kurzantwort
Homo Sapiens
Stein- und Eisenzeit
Technik- und Kommunikationsära
nicht nur zwischen Menschen
nein
mit gehorsamen Robotern
autonomen Speichern und virtuellen Sphären
MI + KI Summen-Sapiens. 


                                        Die Messe

   
  „Enjoy your stay at the exebition ground“ ertönt die Ansage in der Straßenbahn bei Ankunft vor dem Eingang Nord des Messegeländes. Die Flügeltüren des Eingangs erzeugen einen Sog. Der Menschenpulk verschwindet hinterm Glas. Gepäckkontrolle, elektronischer Ticketcheck, ein Umhängeband mit Karabinerhaken für das ausgedruckte Ticket mit Namen und Zuordnung. Damit man nicht vergisst: México –   Partner Country 2018 Hannover Messe ist einer der Aufdrucke.
        Vom 23.-27. April 2018 findet die Industriemesse im 71. Jahr seit 1947 statt. Sie hat zusammen mit der gleichzeitig laufenden CeMAT (Centrum für Materialflusstechnik) 5000 Aussteller aus 75 Ländern und 210 000 Besucher angelockt. Auch die Politik findet ihren Auftritt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident Mexikos Enrique Peña Nietos, als Vertreter des diesjährigen Gastlandes, eröffnen gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stefan Weil u.a. die Marktschau. Neben den Hoffnungen aus der Industrie 4.0 lassen sie einen Appell für freien Welthandel verlauten, insbesondere für einen Abschluss eines Freihandelsabkommen mit den USA.
        Das Motto der diesjährigen Messe lautet: „Industrie 4.0 meets the industrial internet“ und thematisiert dies in fünf internationale Leitmessen
        - Integrierte Automation, Industrial IT, Antriebs- und Fluidtechnik,
        - Integrierte Prozesse und IT-Lösungen
        - Integrierte Energiesysteme und Mobilität
        - Innovative Zulieferungslösungen und Leichtbau
        - Forschung, Entwicklung und Technologietransfer
       Außerdem war wieder der Rote Teppich durch die Welt der Automation und IT ausgelegt. Er lenkt die Schritte auf einer „optimalen“ Tour durch die Hallen und zu den Themen der IT innerhalb der Leitmesse Digital Factory, wo Automation und IT miteinander verbunden sind.
       Ergänzt wird die Messe durch ein Rahmenprogramm mit Foren wie z.B. Forum „tech transfer“ oder „Life needs Power“ mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen.
       Die Aussteller füllen 22 Hallen, wobei Integrierte Automation, Energie und CeMat die größten Anteile belegen. Die Industriemesse Hannover zählt nach wie vor zu den größten technischen Leistungsschauen weltweit.

                                Zu ausgewählten Themen
                     1. Roboter un dkünstliche Intelligenz (KI)

           Ein mechanischer unverkleideter Roboter mit einer Tischtennisschlägeraufhängung heißt Torpheus und kann mit bis zu 80 Berechnungen in der Sekunde anfliegende Tennisbälle annehmen und zurück schlagen. Dazu hat er die Fähigkeit sich dem Spielniveau seines Gegners anzupassen. Sein Ziel ist dabei nicht, wie bei den Spielrobotern für Schach oder Go, den Gegner zu besiegen. Oder beispielsweise ein Messsystem Exoskelett Cray X, das am Körper angeschnallt monotone und körperlich schwere Arbeiten überwacht und die Muskelkraft unterstützt, ohne dass die Arbeitsbewegungen zu Überlastungen führen werden. Dies sind Beispiele einer möglichen Partnerschaft zwischen Roboter und Mensch oder einem Gerät, das nicht unbedingt ein Roboter sein muss mit „intelligenten“ Fähigkeiten, d. h. mit digital ablaufenden Vorgängen. Beispiele dieser Art prägen die Forschung und haben Aussichten einmal serienmäßig eingesetzt zu werden und öffnen das Wechselspiel zwischen Gerät/Roboter und Mensch. Damit wird zwischen Roboter, Geräten, mit intelligenten Fähigkeiten bei digital ablaufender Steuerung, die nicht zwingend Roboter sein müssen, Teamwork möglich.
Die Zukunft heißt daher, die Maschinen müssen sich dem Menschen anpassen und nicht wie beim Fließband, der Mensch der Maschine.           
            Doch einen Unterschied gibt es noch und er wird auch bleiben, solange der menschliche Geist ungebunden ist. Der Tischtennisspieler kann jederzeit sagen: „Ich habe keine Lust mehr und will aufhören“. Das wird der Roboterspieler nie tun, es sei denn, er ist so programmiert, dass er zu erkennen glaubt, dass sein Gegner dabei ist, sich zu überanstrengen oder er für ihn einen Termin einprogrammiert hat, der unbedingt wahr zu nehmen ist. Es sind also hier „kluge“ Algorithmen, die den Hintergrund des Handelsablaufs bestimmen.
              Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Roboter mit KI unser Leben an zahllosen Bereichen persönlich beeinflussen kann. Z.B. ein Tischtennisspieler braucht für das Training nicht mehr unbedingt mehr einen menschlichen Gegner oder Körperarbeit kann bei sich monoton wiederholende Tätigkeiten entlastet werden. Die Veränderungen erfassen nicht nur den industriellen Produktionsprozess.
           Eine andere Art von Zusammenwirken zwischen Roboter und Mensch wird möglich, wenn z.B. im Krankenhaus der Service durch einem Roboter erfolgt, er das Essen oder die Medikamente bringt, er auch sprechen kann. Das emotionale Eingehen auf Roboter ist gewöhnungsbedürftig bzw. ist zur Akzeptanz zu bringen. Die Reaktion von Menschen auf einen sprechenden mit Kindschema ausgestattete Gesicht eines Roboters konnte man auf der Messe erleben oder das Hände geben mit einer Roboterhand. Das alles will erst erfahren werden. Menschen müssen auch akzeptieren lernen.
            Bei manchen Anwendungen wird die gesteuerte Mechanik so verhüllt und eingepackt, dass sie  über humanoide Körpermerkmale verfügt und zum Industrieprodukt für menschliche Bedürfnisse wird, sei es als tierisches Maskottchen oder als Sexpuppe. Die Kategorie der „Service-Roboter“ im weitesten Sinn ist gewöhnungsbedürftig und manche ihrer Aufgaben bedürfen des Anstandes und der Würde. Die Zukunft der Geräte-Mensch-Kommunikation hat längst begonnen. Alexa bei der Arbeit.
           Ein anderer Entwicklungsstrang breitet sich in der Verwaltung und Bürowelt aus, sei es bei Banken, beim Einkauf oder bei Polizeiaufgaben u.v.m. Viele Arbeitsgänge wie etwa Daten zu sortieren sind nicht direkt sichtbar und messbar, sondern in der Software verborgen, die nicht direkt durchschaubar, aber zielführend ist.         
           Derzeit erleben wir den Roboter auf der Messe in erster Linie rein physisch, als mechanisch beweglichn technische Körper. Die Industrieroboter waren bisher Hardwaremaschine, die routinemäßig ein und dieselben Vorgänge immer wieder ausführen. Doch mit der entwickelten bzw. zu entwickelnden KI-Software-Algorithmen und der immer feiner justierten Sensorik, erweitern sich ihre Fähigkeiten derart, dass sie zwischen unterschiedlichen Arbeitsschritten wählen können und je nach Situation sich nach anderen Algorithmen verhalten und durch Sensorwahrnehmung und Cloud einer gewissen „Logik“ folgen und richtige Arbeitsschritte ausführen, die über eine bisher gewöhnliche Automation hinausgehen. Industrie 4.0 trifft auf das industrielle Internet.             Auch beim Zusammenspiel von virtueller und analoger Welt zeichnen sich neue Wege ab, indem vorweg virtuell geplant und entworfen wird bis schließlich die Umsetzung in die Realität erfolgt und ein sogenannter „Zwilling“ (Digital Twin) entsteht, der dem virtuellen Bauplan entspricht. Das hat zur Folge, dass das Interagieren mit Hilfe von virtuellen 3-D Modellen erfolgt statt wie bisher mit zweidimensionalen Menubildschirmen oder einfachen Knöpfen und Reglern. Der Digitale Zwilling ist in der Lage die „reale Welt“ in sich zu tragen und sie analog real werden zu lassen. Vorteilhaft ist dann, dass Produkt bzw. die Art der Interaktion losgelöst vom Ort visuelle für Marketing eingesetzt oder als Training verwendet werden kann. Die fotorealistische Darstellung kann mit einem Headset kabellos gelesen werden. Ein Monteur kann im Vergleich mit dem Bild und Anleitung Reparaturen durchführen, mit Hilfe der sog. Augmented Reality. Davon wird erwartet, dass man Material, Zeit und Kosten sparen kann.
            Die Fähigkeit Zusammenhänge intelligent zu erfassen und entsprechend zu reagieren, verändert die Produktionsfähigkeit, erfordert Teamwork zwischen Roboter, Geräten, mit intelligenten Fähigkeiten digital ablaufenden Steuerungen, die nicht zwingend Roboter sein müssen. Beispiele dieser Art prägen die Forschung und haben Aussichten einmal von der Praxis übernommen zu werden. Die Entwicklungen werden den Fortschritt prägen. Intelligenter sein heißt dabei, auch schneller, fehlerfreier und flexibler zu sein.
             Im Hintergrund steht der Zugriff auf „Big Data“. Damit lassen sich mit einer KI-Steuerung schöpferische und ideenreiche Antworten und Prozesse initiieren. Künstliche Intelligenz wächst zu einer Art Arbeits- oder Maschinenintelligenz Solches „Deep Learning“, das dem menschlichen Denken und Vorgehen nahe kommt, eigene Muster erkennt und sich „entscheiden“ kann. Dies gilt als Weichenstellung für die Zukunft, die nun seinen Lauf nimmt. So können Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiten, etwa. beim gemeinsamen Einbau eines Scheinwerfers, wo dem Roboter die monotonen Handgriffe überlassen bleiben.

                                        Mobillität und Energie

             Mobilität ist ein zentraler Bereich unseres Lebens. Dazu gehört der Energiebedarf für das Mobilsein. Ohne Antrieb keine Bewegung. Egal in welcher Form: als Gas, als fossiler Kohlenwasserstoff, Wasserstoff, Wind- oder Wasserkraft, durch Sonne oder Geothermie in Form von Strom. Natürlich ist dies auch ein Thema der industriemesse. Moderne Mobilität ist auch ohne Kommunikation (Steuerung) auch nicht mehr denkbar. Die breite Grundlage von Netzen (Internet), einer hoch entwickelten Sensortechnik (Videos, Scans), Standardisierung (Programmgrundlage, Plattformen), die Miniaturisierung (Platz- und Gewichtersparnis) und Big Data (Massengrundlage an Daten und Schnelltransport) u.a. All diese Entwicklungen schaffen im Zusammenführen eine neue Dimension der Mobilität, lässt an fahrerlose Transportsysteme, sprich autonomes Fahren, denken. 
             Ein autonomes Fahren stellt sich als Aufgabe, an der gearbeitet wird, was sowohl auf die LKW-fahrten wie die mit dem PKW zukommt. Die existierenden Fahrassistenzlösungen mit Abstandwarner und –halter, Spursicherung sind bereits die ersten Schritte in diese Richtung..
              Das Automobil entwickelt sich zu einem rollenden Aufenthaltsraum, wo das von automaten übernommende chauffieren als fahrerloses Transportsystem Zeit bringt für andere Tätigkeiten als Steuern, für Unterhaltung, „digitale Besuche“, Bedienen eines Tablet oder Smartphone, Lesen oder auch nur entspannen.  Die Fahrkabine wird ein Arbeits- und Wohnzimmer für die Zeit des Unterwegsseins.
              Bei solchen Zukunftsprojekten spielt die Antriebsentwicklung eine zentrale Rolle. Welcher Energieform wird eingesetzt, welche Schadstoffe entstehen dabei? Dies werden die zentralen Aufgaben im Hinblick auf Gesundheit und Klimaänderung. Die E-Mobilität zeigt verschiedene Vorzüge, was die Schadstoffe angeht. Doch sind noch Speicherprobleme zu lösen, die Anforderung an die  Reichweiten, bei den Batteriesystemen. Hybridlösungen Mit herkömmlichem Motor, mit Wasserstoffmotoren u. a.  sind Übergangslösungen.
              Verschiedene Systeme sind im Aufbau oder in der Experimentierphase, wie z.B. die „Streetscooter“ der Deutschen Post ( E-Lieferfahrzeuge für leichte Transporter), Der neue Fahrdienst von „Moia“, eine Volkswagenmobilitätstochter, als ein Beispiel dafür, wie Serviceangebot und Fahrtroute dank Kommunikationssystem (App) für die Wegeplanung eingesetzt werden kann. Hinzu kommt ein elektronischer Zahlungsweg, der den Geldverkehr vereinfacht. Sicher ist dies nicht ohne tragbare Kommunikationsgeräte denkbar und die dahinter liegende Netzstruktur.
              Ein weiteres Projekt ist der Bahnbetrieb mit Brennstoffzellenantrieb, der sog. Cordia iLent“ der einmal auf der Stecke Cuxhaven - Bremerhaven - Buxtehude verkehren soll.
             Die größte Herausforderung liegt noch in der Umstellung von den fossilen Energieträgern auf  regenerative Treibstoffe.  Der Wasserstoff muss „grün“ sein, denn sonst ist die Energieproblematik durch Kohlenwasserstoffe nur verlagert.

                                               Facit    

          KI – geistert als Initial durch den Pressewald. Das Thema um die digitale Revolution beginnt an vielen Enden die Gesellschaft zu erfassen. Die Unruhe der Veränderung, die den einen oder die andere direkt betrifft, kommt trotz Getöse schleichend und ist dabei die Welt Schritt für Schritt zu verändern. Die Gesellschaft wird in eine neue Sphäre gebettet, die derzeit kaum in ihrer Ganzheit zu fassen ist. Niemand kann abschätzen wo sie endet, noch wie der Verlauf sein wird und welche Zukunft sich da auftut.
           Einerseits sind es die „realen“ Dinge – Roboter, Smartphone oder autonome Geräte und andererseits sind es Funktionen, Algorithmen, Impulse, die selbst nicht real zu sehen sind – bestenfalls flackernde Lämpchen, drehende Zeichen, wandernde Streifen als Anzeige mit ihr leben, auszumachen, die sammeln, auswerten, vernetzt sind und Maschinen, Roboter und Systeme am Laufen halten.
            Internet, Big Data oder Chips in Karten als Black Box, die im Verbund mit Mechanik, mit Produktion oder Wissenszugänglichkeit in der Nachfolge von Dampfmaschinen, später Erdöl als Treibstoff und Strom als Antrieb, die Welt erneut zu verändern beginnt. Die Welt zwischen Handarbeitsgerät einer Hacke und mit einem über Satelliten gesteuerten Pflug ist sehr viel komplizierter und damit auch anfälliger geworden. Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand wird allzu schnell einmal Wirklichkeit, etwas was nicht passieren sollte. Der nicht direkt analog sichtbare Hintergrund Internet, Big Data oder Lesechips wird als „Black Box“ empfunden. Dieses Neue wälzt um, wie einst die Dampfmaschine, das Erdöl als Treib- und Rohstoff, der Strom als Antrieb. Die Bewirtschaftung der Welt hat zwischen der Handarbeit mit einer Hacke und mit einem über Satelliten gesteuerten autonomen Ackergerät einen gewaltigen Entwicklungssprung getan. Dieses vernetze Geschehen in seiner Verquickung wird zum sich ständig erneuernden Vorgang und wird in seiner komplexen Struktur zugleich auch angreifbar. Dafür genügt schon ein Stromausfall und braucht nicht zwingend die zerstörerischen Ambitionen von Hackern.
             Diese digitale Entwicklungswelt wird unser Schicksal, nein ist es längst. Ihre Dynamik, ihre Vielfalt, ihre Undurchdringlichkeit verunsichert zugleich. Wer wird es sein, wo wird es sein, wie wird es sein das Hand in Hand mit dem Neuen zu gehen?
             Die Gesellschaft wird lernen müssen die Transformation anzunehmen, sie aufzugreifen, das Bewusstsein dafür zu sorgken. Nehmen wir an, das autonome Fahren im LKW-Verkehr eines Tages existiert, wo finden Fahrer, die von ihrer Aufgabe entbunden sind, ihre neue Beschäftigung? Ein Beispiel von Strukturwandel geschieht zurzeit im Bankengewerbe. Für bestimmte Aufgaben werden weniger menschliche Bearbeiter gebraucht. Dieses Umschichten der Arbeit nimmt ja erst seinen Anfang.  Eine ertragende und zugleich notwendige Umschulungsgesellschaft, was folgt sozial daraus? Das geht nicht ohne Bereitschaft mit zu machen und einem Mentalitätswandel vor sich. 
            Dem digitalen Wandel, sich entziehen zu wollen, einer „Ohne-mich-Haltung“ führt nicht weiter, denn sie wird geschehen. Die Fähigkeit einst mit Feuer umzugehen gelernt zu haben, kraftübersetzende Maschinen mit Motoren einzusetzen, haben ihren Weg gemacht. Genau so setzt sich heute die „Digitaltechnik“ in all ihren Facetten durch, infolge einer Innovationskultur, d.h. in seiner horizontalen (globalen) Ausbreitung und seiner vertikalen Anwendungspalette vor Ort, im Zusammenwachsen von Produktion mit „Bits und Bytes“, der Plattformen, der Speicher oder der Kommunikationsnetzwerke.
              Die soziale Dimension des Wandels muss erkannt und verarbeitet werden. Hard- und Software greifen in immer mehr Bereiche des Lebens ein.
             Zunächst sei fest zu halten, Maschinen „verstehen“ nicht. Sie basieren auf der Basis einers Datengedächtnisses und vergleichen nach Algorithmen, die in sie eingepflanzt worden sind. Erkennen sie mehrere Lösungswege, müssen sie „Entscheidungen“ treffen und auf eine auftretende Situation reagieren können. Die Maschine wird nach Wahrscheinlichkeiten seine Lösung auswählen.
             In so ein System eingebunden zu sein bleiben die Freiheit des Handelns und die der Toleranz gegenüber nicht absoluter Perfektion auf der Strecke. Das Handlungsmuster Fünfe gerade sein zu lassen oder zu „vergeben“ kann darin nicht gelten. Dem menschlichen Handeln sind Fesseln angelegt.
            Wie steht das Individuum zur Leistungsüberwachung oder Verhaltenskontrolle unter der Beobachtung eines Leistungsmessers, den er oder sie nicht allein kontrollieren, sondern auch andere mit ablesen können und ihm dann nach eigenen Annahmen Entscheidungen über Menschen treffen zu können. Das kann durchaus auch heimlich geschehen. Mit einer programmierten Überwachung und mit dem Gefühl des Kontrolliertseins entsteht eine psychische Belastung des Mitarbeiters.
             Lebens und Arbeitsumfeld ist im Umbau. Es erfolgt zunehmend einer Umwertung der analogen Realität durch die digitale Welt. Letztere bemisst zunehmend die reale Welt – am Ende zählt, nur was digital vorgeformt ist, gilt als „reale Potenz“.           
             Die „Kommunikation“ zwischen Menschen, Digitalsphäre und Dingen wächst, erzwingt neue Lern-, Handlungs- und Duldungsweisen. Realer und virtueller Lebensteil wachsen zu einem Gesamtsystem zusammen – dies geschieht bei der Produktentwicklung und der Produktion selbst, wie unter Schnittstellen im Gehirn und Computer.              
             Macht die Entwicklung Angst oder lassen sich durch gemeinsame Anstrengungen ein neu zu formendes Leben eine Lebenszukunft entwickeln?            
             Ein weites Feld für Forschung, liegt vor der Gesellschaft, fasst muss man fürchten, dass das Potenzial kaum ausreicht, all die aufkommenden Frage und Abläufe zu beackern. Einerseits ist es der Bedarf an Basiswissen, andererseits die Analyse des sich vernetzenden Systems. Es folgt die Frage: Wo liegt die Priorität?         
              Die Innovationen brummen vor Optimismus und Lösungsvorschlägen – weltweit ist das zu spüren und liegt nicht brach. Es bleibt Skeptizismus auf der einen Seite und Optimismus auf der anderen. Werden sie zwei Lager bilden, die dann aufeinander schlagen, wie einst die Maschinenstürmer?                     
              Die Messe zeigt sich als Fokus –wo Fragen gestellt, Entwicklungen aufgezeigt und Lösungen vorgestellt werden. Dies allein ist schon ein Wert, der die Begegnungen und direkten Austausche ergänzt, wo auch der Übergang von der Experimentierphase zur Anwendung sichtbar werden. Entwicklungsstand und Zukunftsgestalt werden vermittelt, Innovationen sichtbar gemacht und die Pfade der Vernetzung.                       Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbände und Sozialpartner stehen vor einer Art Tsunami, der über die gesellschaftliche Entwicklung kommt. Was daraus wird, müssen ihre Mitglieder selbst gestalten und zugleich auch ausbaden. Wie wahr ist das Messemotto: Das digitale Zeitalter trifft die Menschen in einem doppelten Sinn, es begegnet ihnen und betrifft sie selbst.                                                                 (Stand: 09.Juini) 


Märzfrage:  "Child Survivors – was heißt das?“

                          Kurzantwort
                   

                        Child Survivors
                   davon Gekommene
                   aber wie?
                   Bescheidenes Wissen
                   über ihr Leben …

                                                  Antwort
    

          „Child Survivors“ ist als englisch-amerikanischer Begriff  bisher wenig in unseren Köpfen verankert. Geht man dem Begriff nach, so erfährt man von einem Weltverband der Child Survivors (World Federation of Jewish Child Survivors of the Holocaust and Descendants) und seinem deutschen Ableger Child Survivors Deutschland e.V., gegründet 2001. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Betroffenen für Betroffene, hier Menschen, die als  Kindern in der NS-Zeit wegen ihres Judentums bzw. ihrer jüdischen Wurzeln verfolgt wurden. Sie werden auch als eine vergessene Generation bezeichnet, die aufgrund der Erlebnisse von Holocaust oder Schoah schwere und schwerste Traumata mit durch ihr Leben tragen, ohne sich je mitteilen zu können oder mitgeteilt zu haben.

                                                 Erläuterungen
 
                                        Ausgangspunkt   

            Über die Verfolgungszeit unter den Nazis gibt es zahllose Zeugnisse und Reflexionen bis hin zu Tagebüchern wie beispielsweise  „Das Tagebuch der Anne Frank“ oder die Tagebücher 1933 -1945 von Victor Klemperer oder in dem jetzt in Deutschland erschienen Roman „der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz.
           Weniger bekannt und vertraut sind Lasten und Folgen der im Menschenleben versenkten Leiden und ihrer Weitergabe. Verfolgte, Entrechtete, Erniedrigte und Gequälte, die Hölle der Nazidiktatur Überlebende, haben nach der Befreiung oder Kapitulation Partner gefunden, neue Familien gegründet und Kinder gezeugt. Damit ist auch die nächste Generation durch die Biographie ihrer Eltern und auch Großeltern nicht nur mental betroffen. Drei Leidensfolgen sind zu unterscheiden, die bis 1945, die Zeit danach und das Leben in der umgebenden Gesellschaft bis heute, die Suche nach Zugehörigkeit.
           Die Vereinigung der Child Survivors zeichnet sich durch ein besonderes Verständnis für die Verfolgten aus und strebt eine friedliche Welt an. Hieraus wächst auch das Engagement und Ermutigung, sich als Zeitzeuge zu öffnen. Dies gilt auch als ein besonders schwieriges Angehen, da unter den Schrecken der Verfolgung, die Überlebenden „gelernt“ hatten „möglichst ruhig, verborgen, unauffällig zu sein“. Die Hoffnung ist, dass mit dem sich öffnen können Menschen die Gelegenheit haben, authentische überzeugende Zeitzeugen zu sein.
          Im Sehen, Hören und Diskutieren sind Einsichten zu gewinnen, die kaum einprägsamer sein können, weit mehr als durch das Lesen allein.

                                            Aufarbeiten

          2014 fand der 26. Weltkongress des Weltverbandes Child Survivors in Berlin erstmals in Deutschland statt, obwohl viele der Betroffenen eine düstere Vergangenheit mit diesem Land verbinden und vermittelte wie bedeutsam die Vereinigung der Child Survivors für eine Menschengruppe ist, die heute zwischen 70 und 90 Jahre alt ist. Die Vereinigung wirbt für ein besonderes Verständnis für die Verfolgten. Zugleich wächst daraus Engagement und Ermutigung, sich als Zeitzeuge in Gespräche zu wagen, etwa in Schulen zu persönlichen Begegnungen.
             Dies  ist ein schwieriges Angehen und die Hoffnung ist, dass authentische überzeugende Zeitzeugen, die immer weniger werden, im Öffnen Menschen die Gelegenheit geben, im Sehen, Hören und Diskutieren Einsichten zu bekommen, die einprägsamer sind, als das Lesen der Lebensgeschichte. Vor allem Schulen, Gedenkveranstaltungen und Lesungen eignen sich dazu.
             Ein Beispiel ist die Initiative von Karin Weimann, selbst Lehrerein an der Pädagogischen Fachschule Ruth Cohn in Berlin. Ihre Motivation ist getragen von der Einsicht einer Schuld, „etwas“ mit den Verbrechen der Vergangenheit zu tun zu haben. Seit 30 Jahren  setzt sie sich mit der Zeit des Nationalismus auseinander. Durch Begegnungen mit Child Survivors lud sie Zeitzeugen ein, über ihre Leidenserfahrungen zu berichten. Dazu wurde der 27. Januar gewählt, da an diesem Tag 1945 das Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit wurde. Seitdem 1997 gibt es diesen Gedenktag an der Schule, wo auch Gespräche mit Zeitzeugen stattfanden.
            Thematisiert werden die  überwundenen Schreib- und Sprachblockade (unter dem Druck von Angst verursachenden Traumata), dem eingebettet sein von Lebenserfahrung in der Lebenswirklichkeit (Diskrepanz zwischen der verschlossenen Innenwelt und dem Nichtwissen, nicht nachempfindenden könnenden Zeitgenossen) und in der Vorstellung die unvorstellbarer Verbrechen (Konzentrationslaber, Familientrennung, Misshandlungen und als Versuchsobjekte u.a.). die geschehen sind. Damit wird einerseits auch ein Weg gefunden, um aus der Einsamkeit heraustreten zu können und andererseits auch Bewusstsein geweckt.
           Jüngst ist im Beggerow Verlag eine Taschenbuchreihe*) „Die Unruhe der Zeitzeugen des Holocaust“ (2018, bisher zwei Bände) zum Thema Child Survivor eröffnet worden. Mit ihnen liegen nun auch gedruckt Zeitzeugenberichte und ein Projektbericht vor.

                                                Fazit

            Es zeigt sich, dass die hier gemachten Erfahrungen heute leider wieder aktuell sind,wo weltweit so viele Herde des Grauens vorhanden sind, die Gewalt voller Menschenverachtung mit ihren Folgen wie Hungersnöte, Flüchtlingsströme und neuen Traumata. Wieder sind Minderheiten, Flüchtlinge und religiös Verfolgte betroffen.
            Erschreckend zeit sich, wie solche Verhaltensmuster in Gesellschaften, die Verfolgungen gar bejahen, mitmachen, wegsehen oder schweigen, sich ausbreiten, wie im sich wegducken unter dem Druck von Gewalt und im Mitschwimmen des Mainstreams, Mitmenschlichkeit verloren geht. Wie schnell können auch die Wegschauenden vom Strudel der Gewalt, wenn sie nicht aufpassen, selbst erfasst werden?
            Zeugen und Erinnerungskultur sind ein wesentliches Element eines kollektiven Gedächtnisses und gilt es zu pflegen. „Der Preis der Freiheit ist die ewige Wachsamkeit“ ( Solomea Genin). Die Child Survivors sollten von uns nicht nur auf komplementäre Empathie hoffen, sondern neben dem Verständnis auch Mitgefühl erwarten können, das ihnen Würde schenkt.
            Es gilt ein „Nie wieder das“, nicht in Gegenwart und Zukunft. Die Gesellschaft muss immer wieder erinnert werden. Ohne das historische Wissen könnte auch ein humanes Europa verloren gehen.
________________
*)  Child Survivors als Zeitzeugen für damals bis jetzt . Philipp Sonntag (Herausgeber)  155  S., ISBN 978-3-936103-60-1 und
     Karin Weimann: Child Survivors zu Gast am Gedenktag 27. Januar: Erinnern und VERANTWORTung  in der Ruth-Cohn-Schule, 128 S.. ISBN 978-3-936103-61-8. Beide erschienen in der Buchreihe: Die Unruhe der Zeitzeugen des Holocaust –Leiden vor 1945 – Frustration nach 1945 – Unruhe jetzt im Beggerow-Verlag, Berlin 2018
                                                   Stand:12.03.2018


 
   © Willi Volka                                                        


                                   
      „Fingerselfie“

 Stufe 1:
 Was Hänschen gelernt,
 er wieder und wieder tut
                                      Stufe 2:
                                      Was Hans neu gelernt,
                                      er fortsetzen tut
                                                                              Stufe 3 ff: Hänschens und Hansens Kunst,
                                                                              beide kombiniert, sich wieder und wieder
                                                                              wiederholen tut.

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Motto

Bilder verblassen
Reisespuren  verwehen
Erinnerung wächst. 

  Flüchtige Gedanken aufschreiben oder Augenblicke im Bilde fest halten – wenn man dies immer wieder tut, was ist dies? Ein Hobby, ein Grundbedürfnis, eine Lebensweise? Dieses Festalten kann viele Ausprägungen erfahren: Tagebuchnotizen, vom Erleben angestoßene Phantasiegeschichten, ein als schön empfundener Satz sich zu einem Vers weiter gesponnen oder auch in unserer technisierten Zeit ein Foto, ein Video, etwas Gesprochenes, Gesungenes oder Vertontes, ausgelöst durch das was gerade geschehen, was in die Erinnerung gestiegen oder ausgedacht worden ist. Das Festhalten erfolgte seit Jahrtausenden vor allem in Zeichnungen, Bild- und Schriftzeichen:

                 

 „Sie zwingt die Hälse aller Männer  sich umzudrehen, um sie anzuschauen“,

so ein Vers aus der Zeit der Pharaonen                                                                  (aus "Junger Mann", in "Gärten der Liebe", aus dem Papyrus Chester Beatty I: Der Zyklus der sieben Stanzen , Artemis & Winkler, 2000, S. 10)

  Ein Beobachten, das leicht nachvollziehbar ist, zeigt einen Moment des Seins, der wohl heute noch nachempfunden werden kann. Geben wir der Neugier Raum, aufzublättern, Stimmungen einzufangen, Empfindungen, Erwartungen wieder zu erkennen ... . 

Wer neugierig ist, lebt!